Bühnenbild
Ein imposanter Glockenturm sowie ein mehrere Meter hoher gotischer Wasserspeier rahmen das zentrale, fahrbare Bühnenelement mit den Umrissen Paris‘ und damit die Handlung um den Glöckner ein. «Der gewaltige Turm der Notre Dame versinnbildlicht die Macht der Kirche und deren Einfluss auf die Denkweise des Pariser Volkes», erklärt der Bühnenbildner Stephan Prattes, der nach Mamma Mia! zum zweiten Mal ein Bühnenbild für die Thunerseespiele kreiert. «Der gegenüberliegende Wasserspeier hingegen, ein Fabelwesen aus Stein, steht für die inneren Kämpfe und Gedanken von Quasimodo und erwacht in der Fantasie des einsamen Glöckners zum Leben», so Prattes. Zahlreiche Glocken, eine Brücke sowie gotische Kirchelemente ergänzen die teils naturalistische, teils abstrakte Kulisse. Die auf verschiedenen Höhen bespielbaren Gerüste sorgen für viel Bewegung auf der Bühne, ermöglichen spektakuläre Lichtinstallationen und halten dennoch den Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau und den glitzernden See frei. Und Prattes versichert: «Auch der Orchestergraben wird fürs Publikum wieder einsehbar sein, ist die Live-Musik doch ein wichtiger Aspekt des Gesamterlebnisses.»
Die Thuner Seebühne wird jedes Jahr aufs Neue im und über dem Wasser gebaut. Der diesjährige Aufbau startet anfangs Mai, wenn Arbeiter im Neopren-Anzug die ersten Stangen im kalten See montieren. Nach dem Unterbau der Bühne wird das Bühnenbild Ende Mai sichtbar. Parallel entsteht dann auch die Infrastruktur am Land.
Bild: Fotomontage von Stephan Prattes