Eine Wunderlampe, ein geheimnisvoller Flaschengeist und ein junger Mann, der sein Leben verändern möchte: Die Geschichte von Aladdin ist vielen durch den Disney-Animationsfilm bekannt. Doch ihre Wurzeln reichen weiter zurück – und ihr Weg vom Erzählstoff zum Bühnenmusical zeigt, wie Geschichten über Generationen hinweg neu zum Leben erweckt werden.
Die Geschichte von Aladdin wird mit der Sammlung Tausend und eine Nacht in Verbindung gebracht, die Antoine Galland um 1710 zusammenstellte und ins Französische übersetzte. Eine eindeutige arabische Quelle für die Erzählung wurde bislang nicht gefunden. Ursprünglich spielt Aladdins Geschichte in China, obwohl die Figuren arabische Namen tragen – ein Beispiel dafür, wie Erzählungen unterschiedliche kulturelle Einflüsse aufnehmen.
1988 entwickelten Texter Howard Ashman und Komponist Alan Menken erste Ideen für eine Verfilmung. Nach Ashmans Tod wurde das Projekt unter der Regie von Ron Clements und John Musker weitergeführt. 1992 kam der Disney-Animationsfilm Aladdin in die Kinos. Das Lied «A Whole New World» wurde 1993 mit einem Oscar ausgezeichnet.
2009 begann Disney Theatrical Group, Aladdin als abendfüllendes Bühnenmusical zu entwickeln. Dabei flossen sowohl bekannte Elemente des Films als auch frühere Ideen von Ashman und Menken ein.
Auch die Figuren wurden für die Bühne weiterentwickelt: Aladdins Freunde Babkak, Omar und Kassim übernehmen die Rolle, die im Animationsfilm der Affe Abu ausfüllt. Gemeinsam mit Chad Beguelin entstanden zudem neue Songs und ein Musicalbuch, das der Geschichte weitere Facetten verleiht.
Nach einer Pilotproduktion in Seattle 2011 und einer Aufführung in Toronto 2013 feierte Aladdin am 20. März 2014 Premiere am Broadway in New York.
Der Weg von der Erzähltradition über den Animationsfilm bis zum Musical zeigt, wie sich Geschichten verändern können, ohne ihren emotionalen Kern zu verlieren.
So bleibt Aladdin über verschiedene Zeiten und Medien hinweg lebendig: Jede neue Fassung eröffnet andere Perspektiven und lässt das Publikum in den Wünschen, Hoffnungen und Herausforderungen der Figuren eigene Gefühle wiedererkennen.